Katzen-Klischees: Was ist wahr?

Wir alle haben schon davon gehört das Katzen und Hunde sich nicht leiden können, Katzen immer auf den Pfoten landen und wasserscheu sind! Doch was genau wahr ist und welche Klischees falsch sind erfahrt ihr hier:

Hunde & Katzen können sich nicht leiden


Dies stimmt teilweise, denn die Körpersprache und Lautäußerungen von Katzen und Hunden sind sehr unterschiedlich.


Ein Beispiel: Schwanzwedeln bedeutet bei Hunden Erregung, egal ob positiv oder negativ. Wenn der Hund freudig auf den Besitzer oder ein anderes Rudelmitglied trifft, oder wieder der Nachbarshund verbellt wird, in beiden Situationen wird das Schwanzwedeln eingesetzt. Katzen können bei Entspannung leicht mit dem Schwanz wedeln, ein Zucken des Schwanzes kann Aufregung oder Nervosität bedeuten und auch beim Spielen kann man oft beobachten wie sich der Schwanz der Katze hin und her bewegt.

Natürlich gibt es viele arttypische Verhaltensmuster, die vielleicht nicht jede Katze versteht, wenn sie auf einen Hund trifft.

Es hängt auch immer davon ab, wie eine Katze die früheren Zusammentreffen mit Hunden erlebt hat, umgekehrt genauso.


In der 2.-7. Woche ihres Lebens lernen Katzen sehr viel. Die Kommunikation mit der Mutter und den Geschwistern beginnt, sie erlernen die Selbstkontrolle der Zähne und Krallen und den Umgang mit anderen Tieren, wie Hunden. Dementsprechend ist der Umgang mit Hunden später entweder positiv oder negativ geprägt.

Meine Katze beispielsweise ist mit meiner Hündin aufgewachsen. Selbstverständlich benimmt sie sich wie eine Katze, doch begrüßt wird immer zuerst ihre liebste Hündin, bevor ich wahrgenommen werde.

Meine Hündin ist, seit vor 4 Jahren unsere Katze eingezogen ist, ruhiger und vorsichtiger gegenüber Katzen, will dennoch jede zum Spielen auffordern weil sie denkt, dass jede Katze das gerne macht.

Dieses Klischee ist also nur bedingt wahr und es kommt immer auf die persönliche Erlebnisse und den Charakter der Tiere an.

Katzen landen immer auf den Pfoten


Wer kennt es nicht, dieses Klischee. Katzen sind Meister darin, sich im Fall umzudrehen und geschmeidig auf ihren Pfoten zu landen, ohne einen einzigen Kratzer abzubekommen.

Leider entspricht die nicht immer den Tatsachen. Besonders in den ersten warmen Monaten kommt es zu vielen Unfällen, bei denen Katzen sich teilweise schwer verletzen.

Doch ich selber habe als Tierpflegerin Katzen gepflegt die ein paar Kratzer und blaue Flecken hatten, obwohl sie einige Stockwerke tief gefallen sind. Ebenso aber habe ich Tiere mit schweren Verletzungen, besonders an den Vorderbeinen, betreut, die nur aus dem ersten Stock gefallen sind.


Wieso landet eine Katze also nur manchmal auf ihren Pfoten?

Katzen haben einen sogenannten Stellreflex, den sie schon früh erlernen. Die Drehung, die sie durchführen, um auf den Pfoten zu landen, passiert also reflexartig. Katzen benutzen ihren ganzen Körper für diese Meisterleistung, sie orientieren sich und richten den Blick starr auf den Boden, der Schwanz rotiert, sodass die Hinterbeine in der richtigen Position sind und ihre flexible Wirbelsäule hilft, sich drehen zu können. Doch auch Katzen ohne Schwanz sind dazu in der Lage. Wichtig dabei ist aber auch das die Katze genug Zeit hat, um sich ausrichten zu können und so die optimale Landestellung zu bekommen.

Katzen trinken Milch


Urlaub auf dem Bauernhof. Man geht in den Stall und sieht kleine Schälchen mit Milch und, falls die Katzen nicht zu scheu sind, auch diese wie sie genüsslich daraus trinken. Fast jede Katze liebt Milch und würde die Schüssel auch sofort leer schlabbern.


Anfangs wird ein Kätzchen, wie jedes Säugetier, von der Mutter mit Milch versorgt. Ab etwa der 3. Woche werden sie schrittweise von der Mutter entwöhnt, sie beginnen mit der Aufnahme von festem Futter und die Katzenmutter stellt das Säugen nach und nach ein. Nach dieser Zeit wird die Verträglichkeit von Milch zunehmend schlechter, denn der Milchzucker (Laktose) ist für Katzen unverdaulich.

Um ihnen etwas Gutes zu tun, geben viele Besitzer ihren Katzen Kuhmilch, doch Katzen können Durchfall oder Übergewicht bekommen, oder nach der Aufnahme von Milch erbrechen. Oft habe ich gelesen und gehört, dass laktosefreie Milch statt herkömmlicher Milch bedenkenlos gegeben werden kann. Natürlich gibt es Katzen die das vertragen, doch auch diese Milchsorte zählt nicht zu den gesundesten Mahlzeiten für Katzen, da auch sie einen hohen Fettanteil aufweist.


Fazit: Milch schmeckt, ist aber nicht gesund für unsere Schmusetiger, besser ist daher Wasser.


Mein Tipp wenn ihr eurer Katze etwas Gutes tun wollt:

Ich koche ab und zu Hühnerfleisch für meinen Hund. Hühnerfleisch und Wasser in einen Topf, kochen lassen, abkühlen und fertig ist ein leckeres Hühnerfleischgericht und Hühnersuppe für euren Liebling- und eine abwechslungsreichere Getränkeauswahl.

Katzen haben kein Frauchen/Herrchen, sondern Diener


Unsere samtigen Mitbewohner sind allgemein dafür bekannt, gerne bedient zu werden. Katzen haben sich dem Menschen angeschlossen und wurden nicht so wie der Hund gezähmt.

Sie sind selbstständig, jagen alleine und unterscheiden sich nur wenig von ihren großen Verwandten.

Dadurch hat man das Gefühl, dass man nur ein Dosen- und Türöffner ist (falls die Katze nicht gleich wieder hinein will).


Sie sind also unabhängig geblieben, oder anders gesagt: sie sind oft nur Mitbewohner und haben ihren ganz eigenen Kopf.

Katzen sind wasserscheu


Nun ja diesem Klischee kann man fast zustimmen. Katzen sind ehemalige Wüstentiere und stammen von der nubischen Falb-Katze aus Ägypten ab. Außerdem jagen sie in freier Wildbahn zum Beispiel Mäuse und kein Trockenfutter, daher benötigen sie als Stubentiger Wasser als Trinkquelle.


Katzen können theoretisch schwimmen, liegen manchmal gemütlich im Waschbecken, das für sie zum Pool umgebaut wurde, oder sie spielen mit den Fischen im Teich. Jüngere Katzen planschen lieber im Wasser als ihre älteren Verwandten, doch es gibt auch Rassen, die Wasser gerne haben.

Dazu zählen zum Beispiel die Türkische Van-Katze, die auch Schwimmkatze genannt wird, die indische Fischkatze, wie ihr Name schon sagt fängt sie Fische und taucht dafür auch mal ab, oder der Serval, aus dessen Kreuzung mit einer Hauskatze die Rasse Savannah entstanden ist. Auch Bengal-Katzen, Norwegische Waldkatzen oder Maine Coon sollen Wasser nicht abgeneigt sein, meist ist es aber nur ein Planschen und keine Schwimmübungen.

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